Morgen ist ja die große Dinnerparty bei mir und deswegen habe ich jetzt extra viel zu tun, also eigentlich gar keine Zeit und genau deswegen gehts ja überhaupt erst, hier ein paar Gedanken aufzuschreiben. Also:
Neulich habe ich diesen Romananfang gelesen, als Leseprobe auf dem Kindle heruntergeladen und wurde zum Glück nicht positiv überrascht- also das Buch dieser Frau ist keine literarische Konkurrenz für mich. Sowas passiert einfach nicht, die Gegenwartsliteratur ist LOST. Es gibt quasi nur mich in Deutschland und ich bin auch nicht so toll, aber immer noch besser als alle anderen und das ist ein Armutszeugnis. Also:
Das Buch wurde von einer Schauspielerin geschrieben und sie behandelt darin ihr Leben- das heißt, es wird viel gelitten und geweint und gejammert- also alles normal und dann schreibt sie, warum sie Schauspielerin wurde und zwar “liebte ich es schon als Kind in verschiedene Rollen zu schlüpfen, mich zu verkleiden und dadurch jemand anders sein zu können.” Und ich klappte wenig später das Buch zu, also ich las die Leseprobe nicht fertig, weils langweilig wurde, oder blieb. Ich dachte, dass eigentlich alle Schauspieler, die man gut findet, also die ich gut finde, also die was können, also, die ES haben, das gewisse Etwas- dass die immer nur sie selbst sind, oder sich selbst spielen, oder whatever- also, dass es bei denen keinen Unterschied macht, ob die Kamera on oder off ist, es ändert sich dann nur was in der Intensität, ihrer Anwesenheit, nämlich die Intensität steigt und vorher sind sie vielleicht unscheinbar, aber nicht unbedingt. Ich denke also, dass alle guten Schauspieler deswegen gut sind, weil sie es eben NICHT lieben, in verschiedene Rollen zu schlüpfen und jemand anders als sie selbst zu sein, sondern sie lieben es, sie selbst zu sein. Und vielleicht können sie im Spiel mehr sie selbst sein, oder sie lieben es sogar, im Spiel mehr sie selbst zu sein, i dont know, aber so ist es.
Peter Thiel wurde jetzt ausgeladen bei den Wiener Festwochen, weil alle so gebarmt und gegeifert haben und mal wieder boykottieren wollten und darum habe ich nachgelesen, was denn eigentlich so schlimm am Thiel sein soll, dass jetzt alle Angst vor ihm haben und kam dann zu dem Ergebnis, dass ich finde, dass er nicht ganz richtig tickt, oder vielleicht etwas abgedreht ist und sich vielleicht nicht philosophisch äußern sollte, aber warum auch nicht, aber warum ihn überhaupt einladen?
Na genauso, wie eine Schauspielerin Romane schreiben kann, kann auch Peter Thiel den Antichristen spielen, es ist egal. Dann habe ich noch ein Interview mit Milo Rau zu dem Fall gelesen und jetzt denke ich von ihm das Gleiche wie von Peter Thiel. Ich finde die beide nicht sehr interessant. Das sind beide ein bisschen falsch abgebogene und ins dümmlich- abseitige abgedriftete Dodeln mit einem Hang zu messianischer Selbstüberschätzung und der eine leitet die Wiener Festwochen und der andere eine Firma mit Überwachungssoftware.
Was ist daran falsch: Auf die Wiener Festwochen kann man verzichten, auf die Überwachungssoftware nicht.
Prove me wrong.
Außerdem habe ich mal wieder die erste Folge von “Succession” gesehen und gedacht, dass Film immer dann gut ist, wenn er wie gutes Theater ist und Theater ist eigentlich immer dann gut, wenn man denkt, das könnte jetzt auch eine sehr gute Filmszene sein.
Aber meistens ist es ja so, wie es neulich in einer Google Rezension zum Schlossrestaurant Wallhausen stand, da hatte jemand geschrieben: “Obwohl meine Frau und ich sehr hohe Erwartungen hatten, wurden wir trotzdem enttäuscht.”