Trennlinien

„Du weißt doch immer alles…“ sagte Eric Blanc beim Frühstück zu mir und schlug entnervt die Zeitung zu.

„Ich habe eine Frage an dich: Wie kann es sein, dass es ständig überall um die Rechte von Transsexuellen geht? Als ob die Menschheit keine größeren Probleme hätte. Klimawandel, Umweltschutz, Krieg, Armut, Hunger, Naturkatastrophen, Völkerwanderungen und so weiter. Ich könnte die Aufzählung lange fortsetzen, wie du weißt. Transsexualität betrifft doch höchstens 0,01  Prozent der Menschheit, warum bekommen die so viel Aufmerksamkeit? Ist das Absicht? Steckt da eine Agenda hinter, um uns von den wirklichen Problemen abzulenken? Das glaube ich eher nicht. Um die wirklichen Probleme geht es ja AUCH ständig überall.  Aber vielleicht geht es darum, zu provozieren, Aufmerksamkeit um jeden Preis zu bekommen, weil es im Prinzip unglückliche Menschen sind und darum aggressiv? Eigentlich klar: Wie maximal unzufrieden muss jemand sein, der glaubt, sich im falschen Körper zu befinden?

Die meisten Menschen sind ja nicht anders. Glauben nicht im Grunde mehr oder weniger alle, sich im falschen Leben zu befinden?

Und das kann man aber nicht wegoperieren. Gegen diesen Glauben kann man keine lebenslänglichen Hormonspritzen bekommen. Gegen das falsche Lebensgefühl helfen nur weiche Drogen oder Alkohol. Apropos Alkoholmissbrauch: Vielleicht sind das die neuen Punks, also sie sind Teil einer neuen Jugendbewegung,  die Anti- Transphobiker, also die Transphobophoben und die Sache hat sich in ein paar Jahren sowieso erledigt. Spätestens, wenn sie in der Regierung sitzen.

Ach je, das tun sie ja schon. Na gut, dann spätestens dann, wenn sie Regierungen anführen. Erst kamen Ton, Steine, Scherben und dann kam Claudia Roth.

Erst kamen die Toten Hosen und dann kamen Trump, Putin, oder Boris Johnson. Alles Punks.

Also, versoffene Chauvinisten ohne moralischen Kompass, meine ich.

Überall sind sie jetzt.

Punks, Punks, Punks, wo man geht und steht. Sogar auf Sylt treiben sie mittlerweile ihr Unwesen.

Es ist wie es ist: Punk is dead.

Obwohl, Trump war vergleichsweise gar nicht so schlecht. Wie kann man denn jemand wie Biden zum Präsident wählen? Der Typ ist über 80 und vollkommen senil. Hast du diesen Clip auf Youtube gesehen, wo er alleine auf dem Empfang  herumsteht, als frisch gewählter US- Präsident und trotzdem keiner mit ihm reden will, weil er so ein Tattergreis ist?

Oder den anderen Clip, wo er eine Rede vom Teleprompter abliest und dabei die Regieanweisungen mitspricht? Die USA haben ja eigentlich nur miese Präsidenten gehabt. Obama ein attraktiver Showman, aber komplett unfähig. Der letzte halbwegs brauchbare war tatsächlich George Bush. Ich hätte niemals gedacht, dass ich mal sowas sage. Bill Clinton war top.

Aber der hätte nie dabei mitmachen dürfen, dass man sein Privatleben vor Gericht zerrt. In dem Moment hätte er Rückrat beweisen müssen und sagen sollen: Ok, wenn ihr wirklich so genau wissen wollt, was ich im Oval Office mit Ms. Monica und der Zigarre angestellt habe, dann stehe ich als Präsident nicht mehr zur Verfügung.

Da sieht mans mal wieder- wenns hart auf hart kommt, dann sind die meisten Männer eben Pussies.

Insofern wundert es mich jetzt eigentlich doch nicht, dass so viele eine haben wollen.

Vermutlich gibt es mehr Transsexuelle, als man denkt. Darum ist es vielleicht doch ganz gut, dass es diese neue Jugendbewegung der Transaktivisten gibt.

Es kommt mir nur mittlerweile manchmal so vor, dass nicht die Aktivisten für Bürgerrechte kämpfen, sondern dass man für Bürgerrechte gegen Aktivisten kämpfen müsse.

Apropos Punks: Ist dir eigentlich schon mal aufgefallen, dass viele Transaktivisten, Umweltschützer und dergleichen stark tätowiert sind?

Ich meine, die sind doch total oft zugehackt bis zur Nasenspitze UND außerdem noch totale Tierfans.

Als ob es da so eine Trennlinie gäbe:

Tattoos plus Hundeliebe plus Antitransphobismus. Also keine Trennlinie, sondern das ist eine Einheit.“

„Eric, lass die Leute in Ruhe.“ erwiderte ich. „Wer mit einem Finger auf andere zeigt, auf den zeigen drei Finger zurück. Außerdem, was war eigentlich deine Frage?“

Aber Eric monologisierte weiter:

„Außerdem, `transphob`, was ist das überhaupt für ein Wort. Eine Phobie ist eine Krankheit und wie kann man dann Leute diskriminieren, die man als `transphob` bezeichnet. Zum Beispiel gibt es ja auch Leute, die eine Clownsphobie haben. Wie würden die sich fühlen, wenn eine Horde aufgebrachter Clowns gegen sie im Internet Stimmung machen würde?  Aber was ich eigentlich sagen wollte, ich finde diese Übereinstimmung überraschend: Übersteigerte Hundeliebe, Aktivismus und Tattoobesitz. Als ob das zusammengehört. 

Also so, wie Leute, die fünf Covidimpfungen befürworten, auch dafür sind, Waffen in die Ukraine zu liefern und das sind dann aber auch die, welche sich darüber freuen, dass im Herbst die Maskenpflicht zurückkommt.„

„Jetzt übertreib mal nicht, Eric.“ sagte ich.

Aber in einer Sache pflichtete ich ihm bei. Ich mag auch keine Hunde. Egal, wie lieb sie sein und wie wenig bis gar nicht, sie bellen mögen.

Wir haben neulich einen schönen Abend bei Freunden auf der Terrasse verbracht und ich dachte, oh Mann, wie schön es hier ist. Der Pool und die Aussicht und der gute Wein und das leckere Essen und die angenehmen Gespräche und der Spaß und das Gelächter. Das alles, würde ich mindestens 30 Prozent weniger genossen haben, wenn da ein Hund mit am Start gewesen wäre. Auch wenn der nur ganz brav in der Ecke gelegen hätte.

Irgendwann wäre er ja doch zu uns gekommen und man hätte nach seinem Namen fragen müssen und ihn streicheln und er hätte einen mit dieser kalten nassen Hundeschnauze am Bein berührt. Und dann hätte ich mir die Hände waschen müssen und danach hätte ich gesehen, wie die Gastgeber ihr Kind streicheln oder einander, oder wie sie Essen aufgeben, oder Wein nachschenken, mit den gleichen Händen, mit denen sie gerade ihren Hund gestreichelt haben und zwar ohne diese danach zu waschen.

Ich hatte noch nie einen Freund, der einen Hund hatte, da gibt es auch so eine Trennlinie, das ist eben einfach so, das hat sich so ergeben. Das war keine bewusste Wahl, denn das konnte ich ja nicht wissen, beim einander kennenlernen, dass der Typ keinen Hund hat.

Was auch stimmt, ist:

Ich habe zwar schon mit Tätowierten geschlafen, aber eine festere Bindung hatte ich zu einem Tätowierten noch nie. 

Abgesehen von der unseligen Geschichte, mit dem nervösen kleinen Stricher letztes Jahr.

Aber das war ja nur eine unselige Geschichte und das somit das Gegenteil von einer festen Bindung.

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