Plus 10

Samstag.

Berlin.

Nachdem sich die Ankündigungen ereigneten, treten die angekündigten Ereignisse nach und nach, wenn nicht sogar gleichzeitig ein, während sich gleichzeitig noch mehr Ereignisse ankündigen, bzw. unangekündigte Ereignisse eintreten und vor und nachdem überhaupt nichts passiert ist, oder passiert. 

So ist das Leben und damit ist ja eigentlich schon alles gesagt, aber die Herausforderung liegt ja darin, mehr als alles zu sagen, schon allein deswegen, weil die meisten Menschen weniger als alles sagen und das reicht mir nicht. 

Immer wenns interessant wird, wird man unterbrochen oder bekommt keine Antwort mehr, vermutlich deswegen, weil es keine Antwort gibt und dann muss ich mir alles selbst ausdenken, weil ich doch so neugierig bin, aber das kann anstrengend sein.

Im Traum hatte ich einen neuen Freund, der war gar nicht zickig oder kompliziert, aber trotzdem lustig. Wir sind spazierengegangen, hier so einmal ums Karree und noch ein bisschen weiter weg und ab und zu sind uns Bekannte über den Weg gelaufen. 

Er hat sich dann mit denen unterhalten und ich habe mich währenddessen in irgendwelche Sessel gesetzt und mit halbem Ohr zugehört und schläfrig in der Gegend herumgeguckt, oder gedöst und wenn ich zwischendurch kurz die Augen aufgemacht habe, wurde ich zufrieden angelächelt.  

Das ist endlich mal eine brauchbare Vision, finde ich. 

Besser als verdächtigt zu werden, nicht zugehört zu haben, oder etwas gehört zu haben, was er nicht gesagt hat, oder nicht alles gehört zu haben, was er gesagt hat, oder überhaupt nicht gehört zu haben, was er mir doch schon tausend Mal gesagt hat, oder sowieso nichts zu schnallen.

Besser als das Gegenüber ständig loben oder bemitleiden zu sollen. Besser als mich für ihn hundertprozentig interessieren zu sollen, aber gleichzeitig  nicht zu viele Fragen stellen zu dürfen.

Besser als dem Anderen alles glauben zu sollen, aber doch nicht das, woran er sich nicht erinnern können wird, es je gesagt zu haben. 

Herumliegen und dösen und zwischendurch wohlwollend angelächelt zu werden, ist besser als permanent zur Verfügung stehen zu müssen, aber den anderen dabei in Ruhe zu lassen.

Ist besser, als warten zu müssen, aber nichts erwarten zu dürfen. 

Aber ich bin optimistisch: “Die Organisation der Organisation, ist die Organisation der Differenz” hat Niklas Luhmann gesagt, wurde mir gesagt. 

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