Missionarsstellung impossible

Dienstag.

Berlin.

Alle haben den gleichen Nachrichtenton. Warum das so ist? Weil die Nachricht, die ich bekomme, auch dich betrifft. Weil die Nachricht, die du bekommst, an mich gerichtet ist.

Wer dich anruft, ruft mich an. Wer mich anruft, will dich sprechen. 

Also, schöne Grüße zurück und bis nachher, wird aber zehn Minuten später. 

Aaah, the SCARY Printemps. 

Man hätte natürlich sofort gehen sollen, anstatt danach beseligt vor Ort einzuschlafen. Beseligt, oder ermüdet oder beides, oder einfach nur zu schwach, um sich “danach” noch bewegen zu können. 

Aber das ist falsch, sich so auszuliefern, vom dableiben wird es mit der Schwäche nicht besser, eher schlimmer. 

Am nächsten Morgen/ Mittag/ Nachmittag, aus Erfahrung weiß ich das, zu keinem zusammenhängenden Satz mehr fähig sein und das wird dann aber nicht mehr “süß” gefunden werden, sondern einem gnadenlos negativ angerechnet und ab da wirds und wars und bleibts bitter. 

Deswegen: SOFORT danach gehen, solange sein Schwanz noch wohlig zuckt. 

Das ist die einzige Chance, die einzige. 

Sofort wegfliegen, wie eine Mücke, die sich vollgesaugt hat. 

Bloß schnell weg, sowie man den kostbaren Nektar intus hat. 

Bloß schnell weg, bevor man vom Opfer bemerkt wurde und daraufhin erschlagen. 

(Schon das Mindset Mücke vs Opfer natürlich total falsch.)

Mein Karma ist schlecht. Ich brauche dringend neues. 

Dein Handy klingelt. 

“Bisher habe ich immer alles falsch gemacht, aber ab jetzt mache immer alles richtig.”

Verspricht mir der unbekannte Anrufer. 

Sag ihm, ich auch. 

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