Memoiren einer MILF

Samstag.

Berlin.

Der Typ, der bei dem kulturellen Event, neben mir auf der Fensterbank saß, sah ganz niedlich aus, also hakte wie immer bei mir in diesen Fällen, etwas aus und ehe ichs mich versah, hatte ich ihn schon mit irgendeinem beliebigen Blabla angetextet, es ging unterschwellig natürlich darum, mich ihm anzubieten, also die Information weiterzugeben, dass ich mir durchaus vorstellen könnte, ihm später noch unter vier Augen seinen Schwanz zu massieren und so weiter. 

Es stellte sich heraus, dass ich im Prinzip richtig gelegen hatte, also dass er nicht ganz ohne war, also nicht irgendjemand. Denn wie es der Zufall wollte, handelte es sich bei dem Exemplar, um den gleich hier auftretenden Künstler und ich sagte, es sei gut, dass wir uns schon vorher begegnet seien, denn nach der Show würde ich doch vor lauter Ehrfurcht gar nicht den Mut aufgebracht haben, ihn anzusprechen, besonders, wenn es eine gute Vorstellung gewesen sein sollte, die er abgegeben hätte. 

Er meinte, das sei nicht zu befürchten, dass er angsteinflößend wirken könnte, er würde zumeist nur Mittelmaß abliefern und seltsamerweise beruhigte mich das nicht und es führte sogar dazu, dass meine Motivation mit ihm, zwecks Schwanzmassage und weiteren Eventualitäten, in Kontakt zu bleiben, instantly abflaute.

Weil ich doch, nach gescheiterten Experimenten mit herabgesetzten Standards, die Latte wieder hoch gelegt habe.

Er wies auf die freigebliebene erste Stuhlreihe vor der Bühne hin und meinte, das sei ja wie bei den Katholiken.

Diese würden, als von Geburt an notorische Sünder, Gottes direkten Blick fürchten und darum die erste Reihe in der Kirche meiden.

Auch bei unbekannten Bands sei das so. Deswegen der leere Halbkreis vor der Bühne.

Oder weil Künstler im Grunde eben Parias und Aussätzige wären. Deren Nähe der Bürger im Grunde instinktiv meide. Erwiderte ich und setzte hinzu:

Als echter Künstler sollte man doch daher den Anspruch an sich haben, dermaßen abstoßend zu wirken, dass zu seinen Auftritten überhaupt kein Publikum erschiene.

Daher wären leere Säle und jedermannes Feindschaft das Ideal, das von einem wahren Künstler anzustreben wäre.

Nun, dafür wäre er dann doch zu sehr Narzisst, sagte der Künstler neben mir auf der Fensterbank und ich nickte und lächelte, strich ihn von der Liste der Infragekommenden und dachte: 

„Ja, DAS hättest du wohl gerne. Heutzutage will jeder hergelaufene Dilettant ein Narzisst sein. Es gibt viele Mona Loser, aber nur eine Mona Lisa.“

“Ich bin kein Narzisst!” hatte der Großkünstler am Vorabend zu mir gesagt und empört die großen blauen Augen aufgerissen. 

“Liebster, DU bist der Größte und Schlimmste von allen.” erwiderte ich und goss ihm einen Schluck Kamillentee nach. 

Die Antwort befriedigte ihn und er befahl mir, mich umzukleiden. 

“Sportdress und Rollerskates an, aber dalli und dann ab aufs Bett mit dir.” 

Ich tat, wie mir geheißen. Ich ging ins Boudoir und zog dort, das kurze Adidas- Turnhöschen an und und obenrum das von mir gecroppte rote Thrasher- Shirt. 

Bauchfrei und mit abgeschnittenem Kragen.

Zurück im Saal, skatete ich stolz in Slalomlinien auf ihn zu.

Als ich bei ihm war, schob er mir das Shirt nach oben über die Brüste, hielt mich fest und streichelte mich derart, dass mein Turnhöschen in kürzester Zeit feucht war, weswegen ich mir einen Satz leichter Ohrfeigen einfing und er mir die nagelneuen, bisher noch unbenutzt gebliebenen Handschellen anlegte. 

Was er dann mit mir machte, ließ mir die Sinne schwinden.

Aber Strafe muss sein.

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