Elfkommtvor10

Die Ereignisse überschlagen sich. Also im Googlenews. Sie wollen den traditionellen Berliner U- Bahnhof “Hitlerstraße”, in „Moorenstraße“ umbenennen.

Ja klar, Hitler war ein schlimmer Finger, aber er hat doch auch Gutes vollbracht. 

Ich sage nur: Autobahnen. Und außerdem: Dank Hitler werden die Juden heutzutage ein bißchen mehr respektiert, weil er damals ein bißchen zu weit gegangen ist.

Jedenfalls darf man wegen Hitler jetzt nicht mehr offiziell gegen Juden sein, nur noch gegen Israel. Schade, dass es damals nur so wenig PoC in Deutschland gab, wenn Hitler da auch den Bogen so hardcore überspannt hätte, dann gäbe es jetzt vielleicht weniger Rassismus? 

Hm. Zu hoffen wäre es. Obwohl die Sklaverei und Unterdrückung hat ihnen auf lange Sicht in Amerika ja auch eher geschadet, als genutzt.

Statt U- Bahnhof Hitlerstraße jetzt also U- Bahnhof Moorenstraße. Aber warum? Dieter Moor ist bestimmt ein Supermoderator und ein Superbiobauer gewesen und ich freue mich ja auch für ihn. 

Aber muss man gleich einen ganzen U- Bahnhof nach ihm benennen? 

Moor hat, meines Wissens, bisher keine einzige Autobahn gebaut, höchstens mal Radieschen gezüchtet.

Um ehrlich zu sein, ich fand es damals auch übertrieben, als sie die Herzbergstraße nach mir benannt haben, aber ok, das war wegen meiner Eins in Deutsch auf dem Halbjahreszeugnis in der ersten Klasse.

Dass der Alexanderplatz wegen des Schauspielers Alexander Scheer so heißt, macht beispielsweise für mich auch Sinn, weil er ja nebenan, in der Volksbühne am U- Bahnhof Rosa- Luxemburgplatz Theater gespielt hat. 

Dennoch: Absurd genug, dass ein ganzer Berliner Stadtteil wegen Barbara Schöneberger so heißt. 

Und den Hermannplatz haben sie wegen Eva Hermann so genannt und wann findet da endlich ein Umdenken statt?

Und nun wird mit der “Moorenstraße” dem Possenspiel wirklich die Krone aufgesetzt.

Es wurmt mich. Und wenn mich was wurmt, dann wurmts mich und dann hört das nicht auf, bis… Also eigentlich hörts nie auf. Wenn mich eine Sache nicht mehr wurmt, dann wurmts mich, dass mich nichts wurmt und dann suche ich mir was Neues, was mich wurmen könnte. 

Wie auch immer. 

Ich werde gewurmt und tue daher, was ich tun muss:

Ich greife zum Apparat und lasse mich von meiner Pariser Zentrale aus, direkt zu Herrn U, dem Chef und Gründer der nach ihm benannten, legendären “U- Bahn”, durchstellen.

R- Gespräch natürlich, weil ich ja Ruth mit Vornamen heiße. 

“Herr U, was soll das?” frage ich ihn. “Warum denn Moorenstraße?

Und wennschondennschon, warum nicht Gottschalkstraße, oder Illnerstraße? 

Sind die nicht viel berühmter als Dieter Moor?”

“Aber Fräulein Ruth,” antwortet Herr U. 

“Dieter Moor hat sich doch auch umbenannt. Er heißt seit 2013 Max Moor, weil er seinen Vornamen Dieter nicht mochte und noch nie gemocht hat.”

“Ach so. Und deswegen…”

“Ich lasse das jetzt einfach mal so stehen.” sagt Herr U. und beendet das Gespräch.

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