CoronikPt22

Mittwoch. Der Sensenmann macht seine Runde und er ist extrem unbarmherzig. Schon 32 Corona- Tote in Berlin. Ich verbiete den Kindern aus dem Fenster zu schauen, denn da draußen stapeln sie Leichen. Die Droschkenkutscher kommen mit dem Abtransport gar nicht mehr hinterher. Sogar auf dem stillgelegten jüdischen Friedhof schräg gegenüber, werden wieder Gräber ausgehoben, also das war gestern. Mittlerweile verbrennt man die Toten einfach auf dem Mittelstreifen der Schönhauser Allee. Wenn das so weitergeht, gibts bald mehr Infizierte als Menschen. 

Ich schreibe eine Mail an die Schuldirektorin. Mit dem Homeschooling sind wir jetzt durch, ob sie vielleicht die Kinder per Videokonferenz abiturprüfen könnte? Dann rufe ich bei der Humboldt- Uni an, um sie für die Experten- Ausbildung registrieren zu lassen. Es klappt reibungslos. Die Ausmalbilder für das Einführungs- Tutorial werden mir sofort zugemailt.  

Ich wünsche mir eine ruhige Hochzeit. Nur wir beide und Millionen Dämonen und der Priester- Buddha oder Voodoo- Papst, oder wie nennt man diese Hochzeits- Konfiszierten? 

Seitdem meine Nachbarn tot sind und besonders die Nachbarskinder, herrscht endlich wieder Ruhe auf dem Hof. Der Böse macht mit dem Presslufthammer einen Durchbruch zur Nachbarwohnung. Wir legen die beiden Balkonzimmer zu einem Saal zusammen und bauen da die Kücheninsel ein. Endlich Morgensonne beim Frühstück. 

Endlich sind alle tot und nur noch der Böse und ich sind übrig. Ich bin aber trotzdem nicht zufrieden. Er will schon seit einer halben Stunde nicht mehr mit mir schlafen. Ich werfe ihn raus und verlasse ihn. Diesmal ist es endgültig.

Heute Nacht habe ich geträumt, die Fingernägel an meiner rechten Hand wären zu lang und dass ich gedacht hätte, dass ich die mal wieder schneiden sollte. Nach dem Aufwachen spiele ich mit dem Gedanken, mir mal wieder die Haare zu kämmen.

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