Asche zu Asche

Dienstag.

Nicht am Cap D Agde!

Fortsetzung von Aschenputtel: Der Prinz bringt sie ins Schloss, sie ist happy, alles ist schön. Als es ans Schlafengehen geht, will sie ins Schlafzimmer vom Schloss mit dem großen Himmelbett. Aber der Prinz sagt:”?” 

Und sie: “Was ist los, Schatz?” 

Und er: “Na, was was willst du HIER?” 

Und sie:”?” 

Prinz:” Na, du bist doch Aschenputtel. Du kannst in der Küche schlafen, in der Asche vorm Herd, aber doch nicht in meinem Bett. Bist du irre?” 

Und sie: “Hm. Nee. Ach so. Na dann. Gute Nacht.” 

Und geht in die Küche, wo sie hingehört und schmeißt sich da in die Asche.

“Gute Nacht.” sagt der Prinz, bückt sich runter, gibt ihr noch ein Küsschen, klopft sich die Asche vom Pyjama und haut sich alleine ins Himmelbettchen.

Emmanuel Macron ist so ein Unsymphat. Ich bekomme jedesmal Gänsehaut vor Abscheu, wenn ich sein Bild irgendwo sehe. Er sieht aus, wie einer, der in der Schule immer seine Mitschüler verpetzt hat. 

“Madama Trogneux, Thierry Luc hat bei mir abgeschrieben!”

“Danke Emmanuel, wir besprechen das nachher im Bett.” hat die Lehrerin dann gesagt…

So sieht er aus. 

Und so macht er auch Politik. Ab 20 Uhr ist es in den französischen Supermärkten jetzt verboten, Alkohol zu verkaufen. Wer von der Polizei beim Kiffen erwischt wird, muss pauschal 200 Euro bezahlen.

Frankreich ist ein doofes Land. Vielleicht will ich doch bald wieder nach Hause? Aber es ist so schön warm hier. Heute 40 Grad, morgen 40 Grad und so weiter. 

Manchmal überlasse ich Eric Blanc die Kinder und wandere zu meiner Geheimbucht.

Glatte Felsen, die von oben wie ein Sessel aussehen und da kommt keiner hin und da bin ich ganz allein und da knalle ich mich dann nackt in die Sonne und lese das einzige verfügbare deutsche Buch. Ulrich Plenzdorf, “Die Leiden des jungen W.” 

Was ein lustiger Zufall ist, denn in dem Buch liest der Hauptdarsteller Edgar Wibeau, das einzig verfügbare Buch in seinem Umkreis, nämlich Goethes: “Die Leiden des jungen Werther”. 

Ich finds gar nichtmal so schlecht und es ist ein schöner Flashback in die DDR. Ich glaube, ich kenne sogar Plenzdorfs Tochter, oder ich kenne jemanden der sie kennt, oder hat er überhaupt eine Tochter?

Es ist alles so weit weg und so lange her. Ich muss demnächst mal wieder in Berlin anrufen und nachfragen, wen ich eigentlich noch so alles kenne.

Wie ich da so liege und lese, höre ich ein Motorengeräusch und schaue in die Richtung. Da fliegt über mir ein Flugzeug vorbei, das ein Werbetransparent hinter sich herzieht. Darauf steht Werbung für eine Adult- Sex- Treff-Webseite: “Place Libertinage pour les adultes liberées” steht drauf. Ach ja. Befreite Erwachsene sollen befreite Erwachsene treffen. Da wär ich auch ganz gern mal wieder dabei.

Apropos Vögeln. 

Später, in diesen glücklichen, einsamen, vielen halben Stunden, nackt auf meiner Klippe denke ich über meinen Lieblingswitz nach. Der, wo der dritte betrunkene Mann am Ende sagt, er wäre gerne drei Vögel, dann könnte er sehen, wie er hinter sich herfliegt. Das ist nämlich, was passiert, wenn das Bewusstsein sich erweitert. Wer erleuchtet ist, kann nicht nur fliegen, wie ein Vogel. Er kann auch nicht nur hinter sich herfliegen, wie zwei Vögel. Der wahre Erleuchtete kann SEHEN, wie er hinter sich herfliegt. 

Wie drei Vögel.

So will ich sein. Wie drei Vögel. Eigentlich bin ich schon ziemlich nah dran. 

Dass ich das denke, kommt daher, weil ich nach ein paar halben Stunden, alleine und nackt auf der Klippe, immer so angeberisch werde. 

Erst werde ich angeberisch, dann wird mir heiß. Deswegen gehe ich nochmal ins Meer. Schwimmen. Wie ein Fisch? Nein. Natürlich wie drei Fische.

Kommentar verfassen