A New Error

Samstag.

Berlin.

Es gibt ja kein schlimmeres Musikinstrument, als die Mundharmonika, erzähle ich dem Besuch. 

Besonders die Umschnallmundharmonika, füge ich hinzu. 

Die Umschnallmundharmonika? wird jetzt gefragt.

Na, das Ding an dem Gestell, erwidere ich. Das Ding, welches der Singer- Songwriter um den Hals hat und zum Spielen hochklappt. Wozu tut man sich das an, all das Singen und Songschreiben, um dann mit so einem Strebergestell um den Hals auf der Bühne zu sitzen?

Umschnallmundharmonika sieht vielleicht doof aus, aber sei eben praktisch, weil man damit gleichzeitig Gitarre spielen könnte, sagt der Besuch jetzt. 

Ich unterdrücke ein Gähnen. 

Auch schlimm: Rocker, die Rücken an Rücken E- Gitarre spielen. Mit der Zunge zwischen den Zähnen, sage ich jetzt, um das Schweigen zu unterbrechen. 

Auf Rockkonzerte wäre er sowieso nie gegangen, antwortet der Besuch.

Ich greife zum Ipad, öffne GarageBand, also das Keypoard und spiele die Musik mit, welche ich gerade über Spotify über die Anlage laufen lasse.

Weil ich da gerade süchtig nach bin, die richtigen Töne zu treffen und ich mich auch schon verbessert habe und mich das jetzt beinahe mehr interessiert, als mich mit dem Besuch zu unterhalten.

Aber kaum drücke ich die Keyboardtasten, macht der Besuch ein strenges Gesicht. 

Jetzt wird sich zeigen, ob ich genug geübt habe!

Als ich wegen der Anwesenheit des Besuchs nicht gleich die richtigen Töne treffe, sage ich, dass das Ipad wohl verstimmt sein muss. 

Was? Echt? Ein Ipad kann verstimmt sein? fragt der Besuch. 

Weil ich außerdem auch noch aus beruflichen Gründen mit Musikern kollidiert bin, lege ich das Ipad beiseite, wechsle die Playlist und spiele dem Besuch vor, womit die gerade Fame werden.

Aber wenn man Besuch, also Leuten (also Cis- Männern) Rap/ Hiphop, oder wie nennt man diesen Sprechgesang mit Beats drunter (?) vorspielt und zwar egal wem, egal was, passiert immer dasselbe: 

Der Besuch rümpft die Nase und sagt, das sei “musikalisch nicht gut gemacht”. 

Das muss so ein archaisches: “Wer-hat-den- Längsten” Ding sein. 

Wahrscheinlich weil Rapper ja auch die ganze Zeit davon “singen” wie hart sie sind. 

Das kann kein Geschlechtsgenosse in Anwesenheit einer Lady (Bitch) auf sich beruhen lassen. Eigentlich auch verständlich und ganz normal.

Und dann wird einem als Gegenbeispiel („gute Musik“), 80er Jahre Punkrock vorgespielt, oder irgendeine 90er Jahre Eastcoast- Crew. 

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: