18/11/2020

Mittwoch.

Berlin.

Ich sei eine tolle Frau und es liegt nicht an mir, sondern an ihm, hat der Großkünstler gesagt und damit die Meinung des Bösen über mich bestätigt und auch exakt mit seinen Worten zu mir gesagt, was Sache ist. Ich gehe mittlerweile davon aus, dass die Beiden sich miteinander abgesprochen haben, um es mir erstens zu besorgen und zweitens, restlos zu besorgen und so bin ich nun (auf metaphorische Art wenigstens), doch noch zu meinem lang ersehnten Dreier gekommen. 

Es ist klar, die haben heimlich Kontakt zueinander aufgenommen, um mich endgültig zu Fall zu bringen.

Was man auch daran sieht, dass sie zwar in verschiedenen Monaten, dafür aber am gleichen Tag, zur gleichen Uhrzeit geboren wurden, in der gleichen Straße unter fast identischen Hausnummern leb(t)en, die gleiche T- Shirtmarke bevorzugen, ihre Jeans an den gleichen Stellen auf die gleiche Art repariert haben und auch sexuell ganz genauso, ohne dass ich was gesagt hätte…

also… es kann ja gar nicht anders sein, dass ich da irgendwie Opfer einer Verschwörung geworden bin…

Ich deklariere mich als Opfer, Zielscheibe, Objekt einer bewusst durchdachten konzertierten Unterwerfungsaktion.

Als Target einer perfekt geplanten, auf mich mit voller Absicht in gegenseitiger Absprache, direkt gerichteten Attacke der beiden Männer.

Und ich nehme mir auf diese Art die Freiheit, mich in den Mittelpunkt von Handlungen zu stellen, die angeblich offiziell nichts mit mir zu tun haben sollen, nicht an mir liegen sollen.

Ich muss mich als Opfer einer Verschwörung gegen mich betrachten. Anders komme ich damit nicht klar, schon wieder eine „Tolle Frau“ genannt worden zu sein, an der es nicht läge.

Denn erstens, bin auch ich Hardcore- Narzisst und zweitens habe ICH ja was mit mir zu tun und leide daher darunter, wenn jemand plötzlich nichts mehr mit mir zu tun haben will, auch wenn es nichts mit mir zu tun hat.

Also, ich blicke hoch zum Himmel und frage mich, was ER, unser lieber Herrgott und Kosmos, mir damit sagen will, dass ich schon wieder als Tolle Frau bezeichnet und eventuell verlassen wurde, oder auch nicht.

Und wenn ich die Message immer noch nicht kapiere, oder nicht kapieren will, dann liegt es daran, dass ich es nicht erwarten kann, diese Erfahrung noch einmal und noch einmal und immer wieder zu machen.

Wegen all der schönen, besten, allerbesten Momente nämlich, die sich aneinanderreihen, wie Perlen auf einer Schnur, bis das süße, allerliebste Gegenüber entscheidet, mich eine tolle Frau zu nennen, an der es nicht liegt und sich von mir abzuwenden. Für eine Zeit lang oder endgültig, oder mal schauen, wie es sich so ergibt.

—-

Also:

Ich bin wieder da. Back in the Game.

“Bong” schlägt der Gong, und eine neue Runde des guten alten “Komm- her- Geh- weg”- Spieles kann beginnen. 

Das “Komm- her- Geh- weg- Spiel” ist eigentlich nur das Kleine im Großen, also die Übertragung des beliebten “Rein- Raus- Spiels” aus dem Schlafzimmer ins Große Ganze. So, dass der Akt, also der Kontakt nicht aufs Bett begrenzt bleiben muss, sondern eigentlich immer stattfinden kann, wenigstens im Kopf und das ist wichtig.

Gerade in Zeiten von Corona, Lockdown und sozialer Isolation bleibt man so immer miteinander verbunden, immer in Bewegung, ständig in Action und dies unter Einhaltung sämtlicher Hygienestandards.

So geht es also weiter, beginnt ein neuer Akt, ein neuer Akt vom Akt, sozusagen.

Das heißt:

Man weiß es nicht, geht das Spiel weiter, beginnt ein Neues? Der Großkünstler hat den Ausgang, Weitergang, Fortgang unseres Games im Nachhinein offen gelassen und genau das ist das Game, beziehungsweise:

Spielregel Nummer Eins.

Es handelt sich also derzeit nur um eine Pause, einen temporären Rückzug, beziehungsweise einen eventuell temporären Rückzug, um eine Pause von ungewisser Dauer oder um eine Pause, deren Dauer, durch mein Verhalten bestimmt wird, oder aber keineswegs dadurch bestimmt werden kann, da ein Verhalten von meiner Seite aus derzeit gar nicht gefragt ist.

Also wird die Dauer, bzw. die Existenz der Pause von seiner Laune und bestenfalls meinem Durchhaltevermögen abhängen, oder von der allgemeinen Stimmung/ Kapazität/ dem Vorhandensein, bzw. Mangel an Alternativen, etc.

Ob es nun also eine endgültige Pause und somit keine Pause oder eine unendgültige Pause ist, wird sich zeigen, ist ganz egal, ist je nachdem, kommt ganz drauf an.

Das Spiel geht also weiter und die Teilnehmer des Spieles stehen wie jedes Mal, eventuell wahrscheinlich nur zu 50 Prozent fest und genau das ist:

Spielregel Nummer Zwei.

Da wären also auf jeden Fall ICH und auf der anderen Seite EVENTUELL der Großkünstler.

Wenn nicht ist das auch ok, denn dann lauert sicher schon ein anderer stadtbekannter Mädchenschänder in den Kulissen (rasselt mit den Ketten):

Jemand den ich bisher überhaupt nicht auf dem Schirm hatte, den ich jetzt aber kraft meiner psychischen Not, ungelösten Daddy Issues, nicht therapierbarer Bedürftigkeit und so weiter, magnetisch anziehe, in meinen Bann schlage, dazu verführe, mich zu verführen. 

Das wird schon werden, kann nicht mehr allzulange dauern, denn es hat bisher nie lange gedauert.

Bei mir geben die Supermänner einander die Klinken in die Hand.

Ich freu mich drauf und mach mich schon mal schick, denn jeden Moment kann es an Tür/Telefon oder sonstwo klingeln und dann kann, will und werde ich bereit sein und zur Verfügung stehen.

Oder ich kümmere mich mal um meinen Kram, denn ich bin keine tolle Frau, sondern eine ganz entsetzlich- schrecklich- furchtbare- unerträgliche Person und das liegt an Dir.

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