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Wir sind mehr

FCK NZS.

Ja gerne, wenn sie Muskeln haben. Auf Glatzen steh ich ja auch. Aber muss man sich seinen sexuellen Fetisch gleich aufs T- Shirt drucken?

Ändert doch nicht immer gleich euer Profilbild, bloß weil die Toten Hosen mal wieder ein Gratiskkonzert irgendwo geben. Schon allein deswegen hasse ich die Rechten, weil sie denen ein ewiges Leben bescheren. Tut mir leid, ich reagiere immer noch allergisch auf schwitziges Gebrüll. All die verlorenen Jahre. Die Toten Hosen. Will sie mit Eisenstangen jagen, durch die Straßen ostdeutscher Kleinstädte hetzen. Wenn er nicht gerade in irgendein Mikro brüllt, ist Campino ein netter Mensch. Hab gestern am Pool im Soho House mit ihm gequatscht.

“Was du bist schon wieder hier? Nicht mehr in Chemnitz?”

Wir haben so gelacht, mir ist fast der Champagner wieder hochgekommen.

Aber sonst will ich niemanden mit Eisenstangen hetzen, wirklich nicht, deswegen bin ich ein unheimlich guter Mensch. Es tut so gut, das zu wissen. Obwohl ich arbeitslos und perspektivlos und aus dem Osten bin, bin ich gut. So gut!

Aber ich bin nicht nur gut. Ich bin mehr. Sehr viel mehr. Ich bin wie wir.

Denn: Wir sind mehr.

Wir sind mehr und wir reden nicht mit Rechten, nicht mal über gesunde Ernährung, die besten Joggingstrecken, Steinpilze oder das Wetter.

Aber wie kann man dann Rechte erkennen? Wenn man nicht mit denen reden darf.

Es ist wichtig, Rechte zu erkennen, denn man will ja nicht mit den falschen ficken, wenn man diesen FCK NZS Fetisch hat.

Man erkennt Rechte am besten daran, dass sie mit anderen Rechten mitmarschieren. Dann gleich packen, rausziehen, zu Boden werfen, ein gelbes N wie NAZI ans Revers heften, in den Perso bei den Jungs ein Adolf als Zweitnamen einfügen und bei den Weibern Eva. Easy.

Und dann alle raus.

Nazis raus. Deutschland den Deutschen.

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