Vorläufige Überschrift

Ich bin gerade unsicher, ob ich jetzt schon diesen Text schreiben sollte, vielleicht sollte ich noch etwas länger darüber nachdenken, mir ein paar mehr Notizen machen, mir die Zeit geben, meine Gedanken richtig auszuformulieren. Vielleicht sollte ich auch lieber über etwas ganz anderes schreiben, etwas Relevanteres, Tiefgründigeres, Besseres. Andererseits, ich kann ja auch erst mal irgendwas hinschreiben, das kann ich ja später immer noch wieder löschen, aber vorher mache ich ein Backup, damit ich auch das Löschen wieder rückgängig machen kann, falls mir doch nichts Besseres einfällt.

Es gibt heutzutage vielleicht zu viele Wahlmöglichkeiten. Zumindest hier bei uns in Europa, beziehungsweise in Nordeuropa, in Deutschland, also ich meine, in Berlin, also in Berlin- Mitte, also im Prenzlauer Berg.

Wenn deinem Kind vor 20 Jahren das Eis runtergefallen ist, dann hätte es eben besser aufpassen müssen. Heutzutage bekommt es ein Neues. Man stellt sich aber nicht nochmal an, sondern geht ganz vorne an den Tresen und macht so einen Hundeblick und dann geben sie dem Kind eine neue Kugel. Wenn der Luftballon geplatzt ist, dann pustet man noch einen auf. Früher ging das nicht. Wir hatten ja nichts. Da gabs nur einen Luftballon pro Monat. Heute: Immer, Jeder, Alles. Es ist hier nicht mehr 5 vor 12, sondern immer fünf vor siebzehn Uhr.

Deswegen reden die Leute auch so komisch mit ihren Kindern. Nein und Ja gibt es nicht mehr, sondern es heißt: „Ansgar- Dirk, ich möchte bitte nicht mehr, dass du dein Eis schon wieder runterwirfst, bitte passe etwas besser auf, dass habe ich dir vor fünf Minuten schon mal gesagt, also würdest du bitte darauf Rücksicht nehmen, was ich gesagt habe, ok? und ich gebe dir jetzt lieber doch nicht noch einen Keks, weil du schon fünf gegessen hast, na gut, bitteschön, aber das ist jetzt der letzte, wir kaufen gleich noch mal neue, danke, ok?“

Ich bin dafür, sich mit den Dingen abzufinden. Sieht doch gut aus, das Stadtschloss. Ist doch alles fein mit TTIP. Habt doch einfach mal Vertrauen, seid doch einfach mal zufrieden. Seid doch bitte bürgerlicher. Lasst euch doch nicht immer gleich scheiden. Bleibt doch mal zusammen. Findet euch doch mal mit eurem Leben ab. Aber mittlerweile ist „sich scheiden lassen“ auch schon wieder bürgerlich geworden. Das Rumgejammer gehört dazu. Die Leute denken immer, ihnen stünde im Leben viel mehr zu, als was sie schon haben. Die Wohnungen müssen größer sein, EIN Tiefgaragenstellplatz reicht ihnen nicht und wenn sie könnten, würden sie ihre Kinder erst mit zehn Jahren zur Schule schicken, wenn überhaupt.

„Manuela- Brigitte hat den Einschulungstest bestanden, aber wir lassen sie doch lieber noch ein Jahr länger in der Kita spielen. Wir schicken sie auch nicht in die Schule links um die Ecke, weil uns da das Konzept nicht zusagt, sondern in die Schule rechts um die Ecke. Jetzt haben wir aber das Problem, dass wir nicht wissen, ob sie Manuela- Brigitte nächstes Jahr auch an dieser Schule aufnehmen, also dieses Jahr würden sie sie nehmen, aber nächstes Jahr müssten wir den Umschulungsantrag noch mal stellen und es nicht sicher, ob es dann klappt. Ja, es ist keine leichte Entscheidung.“

Ich glaube, ich höre jetzt auf zu schreiben, oder ich mache vielleicht nachher noch mal weiter und ändere noch etwas, das kommt ganz drauf an.

 

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Published on: Mai 9, 2016

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2 Responses to Vorläufige Überschrift

  1. Also unzensiert: Erster Blitz: Hahaha sexy …couit…. Interupt….,2.Blitz Grimms Märchen Dreiäuglein schläfst du oder wachst du …ausbaufähig auch bezüglich Blitz 1. Aber dann der Text, der folgte hat mich sehr berührt,Geduld Dankbarkeit……Und nicht alles was es gibt, ist lebensnotwendig noch muss man alles haben … Wirklich nicht einfach Kinder aufwachsen zu lassen im Wohlstand, aber Mangel oder Katastrophe deshalb gut funden, verworfen der Gedanke ach ich finde der Text gibt Freiraum zum Nach-denken ,gut so… Danke dafür.

  2. Hab selbst nochmal nach -gelesen. Bin sehr spontan und Blitz 1. als auch Blitz 2 waren und sind es immer noch Geistesblitze beim Anblick der Grafik und da kann auch heute noch mal lachen.Nie wäre ich auf ne Eistüte gekommen,die ein Kind gerade fallen läßt . Eistüte schon aber dann sofort eben Blitz 1…2 .Aber der Text ist so locker geschrieben und er trifft einen Wesenszug in der heutigen Zeit. Natürlich gibt es alles noch viel Schöner ,teurer……. Eben wie es der Nachbar hat und ich noch nicht….. Das genießen , was man hat sich freuen an den kleinen alltäglichen Dingen wird so gern mit Spiessersein deklassiert ….aber im Mittelteil des Textes gibt es Brüche ,da stolpert der Text. Aber da miss ich nochmal nachdenken.

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