Berlin
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  • Es ist weich und weich ist schön

    Ich versuche, mich so wenig wie möglich zu bewegen und möglichst nicht zu atmen. Die Luft ist giftig. Ich bin im SoHo House. Im Kellergeschoss, im Kino. Es ist nicht schwer, sich nicht zu bewegen. Die Sitze sind so unendlich bequem. Total weich und es gibt kleine Hocker, auch gepolstert, wo man die Beine drauflegen kann. Die Hocker kann man bewegen. Sie näher ranschieben. Man kann sogar die Füße draufstellen. Füße in Straßenschuhen. Wie oft reinigen sie die Bezüge von diesen Hockern und von diesen Sitzen? Und wie? Nehmen sie die Bezüge ab und dann ab in die Reinigung? Schäumen sie die mit Reinigungsschaum ein? Ist deswegen Gift in den Bezügen von der Reinigung? Also schädige ich meine Organe, durch Einatmen, durch Anwesenheit. Was ist das für ein Material ? Es sieht aus wie Samt. Ist aber zu weich für Samt. Echter Samt ist steif und hart. Continue Reading

    Mai 8, 2017 • Text • Views: 43

  • Woher ich meine Inspiration nehme

    Ich war nach München zu einem Auftritt eingeladen und nach großen Zweifeln, langen Telefonaten mit meiner Schwester, durchweinten Nächten und Extrasitzungen bei meinem Psychiater, fuhr ich dann doch hin, obwohl ich das auf keinen Fall wollte. Jedesmal in München graut es mich vor mir, weil mir das „Grüß Gott“ so leicht über die Lippen kommt. Die Anfahrt zum Flughafen, der Flug und sogar die Landung klappten reibungslos. Alle waren sehr zuvorkommend und bei der Sicherheitsüberprüfung am Flughafen fand niemand die Drogen und Sprengstoffvorräte, die ich mir sicherheitshalber in sämtliche Zahnlücken gestopft hatte Continue Reading

    April 24, 2017 • Text • Views: 66

  • Ein Abend bei den Schlürfdichtern

    Zwiebel, Flippi, Gerold, das Genie und ich. Das sind wir, die Schlürfdichter. Die weltberühmte Lesebühne gibt es schon seit 50 Jahren. Es ist ein ganz gewöhnlicher Mittwochabend im Februar. Draußen ist Eisschneeregen bei Windstärke sieben, drinnen ist die Heizung kaputt, aber das macht nichts, wir wärmen uns am Zigarettenrauch. Es ist ein ganz besonderer Abend. Gerold hatte mal wieder keine Lust zu kommen und wird nun von einer Gastleserin vertreten. Sie heißt Penthesilea und kommt aus Reinickendorf. Zwiebel, Flippi und ich sprechen grundsätzlich nicht mit Gastleserinnen, dafür wird sie vom Genie sexuell belästigt. So gleicht sich alles aus. Unser Publikum besteht wie immer aus arbeitslosen Rentnern, Frührentnern und Vorfrührentnern. Alle tragen den Schwerbehindertenausweis am goldenen Band und haben ermäßigten Eintritt bezahlt. Continue Reading

    März 17, 2017 • Text • Views: 124

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