Keine Arme, keine Schokolade

Draußen regnets. Es ist Sonntag. Ich bin allein. Das ist gut, denn ich ertrage Einsamkeit nicht, also ich kann mich deswegen nicht bewegen und das ist gut, denn ich muss nicht aufstehen. Weil ich keinen Grund dazu habe, Muss ich nicht duschen, anziehen, Schuhe zubinden, rausgehen, treffen, reden, lachen, vögeln.

Es regnet und ich habe keine Freunde. Ich könnte Sport, Spazierengehen, Aufräumen.

Aber ich kann nicht. Weil ich alleine bin.

Selbstmitleid is a warm gun.

Zum Glück habe ich gestern eingekauft, als ich mich noch bewegen konnte. Als ich  mich noch bewegen konnte, habe ich Schokolade gekauft. Als ich noch rausgehen konnte, als es noch nicht geregnet hat, als ich noch Freunde hatte, als meine Liebhaber mich noch liebten, da konnte ich mir noch Schokolade kaufen. Habe ich mein letztes Geld für Schokolade ausgegeben. Ich wusste ja nicht, dass es mein letztes Geld war. Ich wusste ja nicht, dass mir nichts bleibt, außer Schokolade.

Heute bin ich allein. Ich kann also im Bett bleiben und Schokolade essen. Eine halbe Tafel Schokolade.

Noch zwei drei Stunden schlafen, dann die andere Hälfte hinterherschieben.

Dann ist mir schlecht.

Ich bleibe im Bett, ungewaschen, also schmutzig und schokoladig, niemand hat angerufen, niemand wird jemals mehr anrufen, mein Handy bleibt ab jetzt für immer stumm, denn ich bin allein und kann mich nicht mehr bewegen.

Früher habe ich ja manchmal noch Booty Calls bekommen, deswegen musste ich nachts auch immer den Ton am Telefon ausstellen, aber jetzt bin ich wohl von den Listen gerutscht, weil alle mich vergessen haben, weil ich allein bin und sich keiner mehr für mich interessiert und weil es mich deswegen nicht mehr gibt.

Also keiner will ein Candle Light Dinner, nicht mal wenn ich koche und er zu spät kommen darf und dabei die ganze Zeit telefonieren und sofort danach gehen.

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