Für dich würde ich alles tun, wenn ich könnte

Ich lerne ja aus Beziehungen. Also, wenn ich mich trenne, oder etwas zu Ende geht, dann behalte ich immer ein gutes Gefühl zurück und Wärme und Dankbarkeit für das, was wir hatten. Also jede Beziehung, jede Erfahrung der Nähe zu einem Mann ist für mich ein Schritt vorwärts. Ich entwickle mich dadurch immer weiter und weiter und weiter und blicke nicht zurück im Zorn, sondern ich nehme dankbar an, was wir mal miteinander hatten und lerne und lerne und lerne. Das Wichtigste ist und bleibt Respekt und Selbstrespekt.

Zum Beispiel als ich abends nach Hause kam und Günther hatte den ganzen Tag im Bett gelegen und Filme geguckt und die Wohnung sah noch genauso aus, wie morgens, als ich zur Arbeit gegangen bin. Da stand noch das Frühstückszeug auf dem Tisch mit Butter und Brotkrümeln und allem und die Spülmaschine war nicht eingeräumt, etc.

Ich habe den Kindern dann Abendbrot gemacht und sie ins Bett gebracht und mich dann auf ein Glas Wein mit Günther in der Küche gefreut, allerdings musste ich dann eben erst mal die Spülmaschine einräumen und so weiter und er hat sich dazu gesetzt und mir beim Aufräumen zugesehen und schon mal den Wein aufgemacht gesagt: “Also Haushalt ist nicht so dein Ding, ne?”  

Also daran denke ich echt gerne zurück.

Ich habe aus der Sache mit Heinz gelernt, Nachrichten einfach nicht zu beantworten. Egal wie dringlich man mit mir sprechen oder mich sehen will, ich ignoriere das, je drängender es wird, um so mehr. Ich lasse mich doch nicht versklaven.

Oder aus der Sache mit Werner weiß ich: Es ist nicht so schlimm, wenn man mal, also immer, also grundsätzlich, ein zwei Stunden, oder zwei drei Tage zu spät kommt. Was wichtig ist, wartet und läuft einem nicht weg. Im Gegenteil. Umso später man kommt, desto wichtiger wird es, dass man endlich da ist. Auch ist es schön, ständig Nachrichten und Anrufe zu erhalten: “Wo bleibst du denn? Wir warten auf dich.”

(Natürlich gehe ich nicht ans Telefon, wenn ich erwartet werde, sondern ich bin dann eben einfach irgendwann da)

Das ist gut für den Selbstwert, wenn man so dringend erwartet wird. Also je später man kommt, desto wichtiger wird man und wenn ich endlich da bin, bekomme ich die volle mir gebührende totale Aufmerksamkeit. Ist doch egal, ob aus Liebe oder Wut.

Man darf den anderen nicht so viel Macht über sich einräumen, ist doch eigentlich ganz einfach.

Ich habe von Volker gelernt, dass man über Probleme nicht zu sprechen braucht. Im Zweifel dem anderen das Wort im Munde umdrehen und Vorwürfe immer direkt an das Gegenüber zurückgeben. Whataboutism funktioniert! Beispieldialog:

Er: “Warum kommst du zu spät?”

Ich: “Und du? Du machst alles perfekt, ja???”

Das klappt immer.

Bei nachhaltigem Gemecker: Einfach auf Durchzug schalten. Flugzeugmodus. Ins Leere gucken und schweigen. Wenn das gar nicht wirkt: Einfach weggehen. Es reicht meistens schon, sich die Schuhe anzuziehen.

Wenn er sich dir dann ans Bein hängt und heult, kannst du großzügig vergeben.

Der Sex danach ist unvergleichlich, wegen der Dankbarkeit.

Was ich von Joachim gelernt habe: Alles Mögliche versprechen. Wo wir hinfahren werden, was ich schenken werde. Worum ich mich kümmern werde. Wenn das dann eingefordert wird, einfach auf Durchzug schalten, nicht antworten, schweigen, weggehen.(s.o.)

Ich bin froh und dankbar für alles was ich von Werner, Joachim, Volker, Heinz und Günther und all den anderen Hanseln gelernt habe und für all die schönen Erfahrungen die ich machen durfte.

Daher bin ich auch nicht verbittert und ich hasse verbitterte alte Ziegen.

Ich lebe im Hier und jetzt und freue mich am Moment, am Herbsttag, an der Sonne und halte die Augen auf, was das Leben als nächstes Schönes bringen mag. Beziehungspartner gibt es wie Sand am Meer und ich habe den allergrößten Respekt vor ihnen. Es ist gut, dass denen immer wieder zu sagen, wie sehr ich sie respektiere und so weiter.

Wichtig ist nur: Immer die Kontrolle zu behalten, sich nicht einwickeln zu lassen.

Ich lasse mich von niemandem verarschen, denn die wollen einen doch sonst nur auffressen, anbinden, versklaven.

Aber ich bin mein eigener Herr und ich brauche nicht viel.

Nur ab und zu eine Kippe und ein bißchen Geld und was Leckeres zu essen und ein frisch gemachtes Bett und Zugang zu warmem Wasser, (nur alle fünf Tage…)

und was zu ziehen und das mich jemand leckt und danach vögelt und dass ich mal ins Internet kann und mal kurz auf Facebook checken, was heute Abend so abgeht und dass mich jemand auf eine Party mit Buffet mitnimmt und danach wieder mit nach Hause und dass ich mich da hinlegen kann und man mir ein paar Kopfhörer gibt, damit ich meine Ruhe habe und man mich ausschlafen lässt und dann vielleicht einen Kaffee ans Bett und ein Rührei mit Schinken und Toastbrot und irische Butter und dann vielleicht noch ein bisschen dösen und nochmal vögeln, also mehr will ich doch gar nicht.

Nur das und meine Freiheit, weil ich ein Freigeist bin, ein Zigeuner, ein einsames Wölfchen.

Genau das macht mich doch so attraktiv, das Wilde, Anarchische, Ungebundene.

Ich bin aber auch politisch interessiert, also gegen Krieg und für Gerechtigkeit.

Das Syrien Ding, das ist nicht ok und Israel und Palästina, also diese Nahost Sache, die geht mir echt an die Nieren.

Also deswegen ist es nicht zu viel verlangt, wenn du immer frisches kühles Bier für mich in deinem Kühlschrank hättest, den ich übrigens viel zu alt und zu klein finde. Putzen könntest du den auch mal wieder, bist du blind, oder was? Eines Tages kauf ich dir mal aber mal einen neuen, großen Kühlschrank mit zwei Türen und aus Edelstahl, mit Crushed Ice und so und dann fahren wir nach Kalifornien und ich schraub dir mal die Vorhangstange neu an und bau dir einen Schuhschrank und ich würde dir echt alles alles alles geben, wenn ich könnte, weil du so ein toller Mensch bist und so weiter, vielleicht lässt du das Kondom heute mal weg, erstaunlich dass du noch nicht selbst drauf gekommen bist, aber so ist das eben. Mit dem Selbstrespekt. Wenn du den nicht hast, kann ich dir auch nicht helfen.

 

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