Text

Etüde

Im Schuppen habe ich ein Fahrrad gefunden. Da könnte doch meine Tochter noch mit fahren. Die Reifen sind platt und es ist voller Staub und Spinnweben. Ich lehne das Fahrrad ans Gartentor und spritze es mit dem Gartenschlauch ab. Bei 37 Grad. Auf dem Weg bildet sich eine Pfütze. Das Fahrrad, vom Staub befreit, beginnt zu leuchten. Ich stelle das Wasser ab und werfe den Gartenschlauch zur Seite. Mir ist heiß, ich habe jetzt keine Lust eine Luftpumpe zu suchen. Später, später. Ich stelle das Fahrrad zur Seite, lehne es an die Hauswand und springe in den Pool. Die Pfütze auf dem Weg bleibt. Zur Pfütze kommen die Schnecken, die es auch feucht haben wollen an diesem heißen Sommertag. Als wir nachts im Dunkeln den Weg entlang und über die feuchte Stelle gehen, zerkrachen die Schneckenhäuser unter unseren Füßen. Wir können den Weg nicht sehen, denn das Licht reicht nicht bis zu der Stelle.

Der Nächste geht extra außenrum, aber wieder zerkracht ein Schneckenhaus.

Am nächsten Morgen entdeckt die Fünfjährige die toten Schnecken auf dem Weg.

Der Sommertag wird bittersüß.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.