Text
Category

  • Odenwaldschule

    Wenn wir nichts mehr zu rauchen hatten, sudeten wir Aschenbecher. Suden, was ist das? Ganz einfach: man nimmt die Kippen, pult die Tabakkrümel raus und rollt sich eine schöne neue Zigarette.

    Wenn der eigene Aschenbecher leergesudet war, fragte man die Zimmernachbarn. Hast du  einen Aschenbecher zum Suden? Manchmal waren auch die Blättchen alle und die musste man auch schnorren. Irgendwie hat man aber immer noch eine Zigarette zusammengebastelt bekommen. Und dann war ja auch bald schon wieder Monatsanfang und man konnte sich im Bürohaus das Taschengeld abholen, nach Heppenheim trampen und sich an der Tanke eine frische Packung Drum kaufen.

    Danach gings zurück auf den Berg, zum Bäcker Schmidt und nicht zum Abendessen in den Speisesaal. Lieber erst danach hingehen und sich noch was aus der Küche holen. Einen Stapel Toast Hawai oder etwas von dem Kartoffel- Gratin. Alle beschwerten sich dort übers Essen, ich nicht.

     

    Juni 16, 2015 • Text • Views: 987

  • Die Königin von Paris

    “Kommt doch, bleibt so lange ihr wollt!”

    Mathieu  hatte die Steinbachs mitsamt ihrem Baby eingeladen, ohne Greta zu fragen. Er ließ sich zu leicht ausnutzen. Aber Greta würde ihn davor beschützen, dass man sein Geld und seine Zeit stahl.
    “Am späten Nachmittag, irgendwann.” sollten sie ankommen, aber der späte Nachmittag war vorbei, ein “später Nachmittag” endete um 18 Uhr und danach begann der “frühe Abend”.
    Greta war extra früher aus dem Büro nach Hause gekommen und hasste es, zu warten. Continue Reading

    Juni 16, 2015 • Text • Views: 781

  • Lutz

    Als sie im Morgengrauen erwachte, lag sie nicht allein im Bett wie sonst jeden Morgen. Karl war ein Frühaufsteher und um diese Zeit meistens schon in der Küche. Danielle fiel das Aufstehen schwer, und sie schaffte es selten vor zehn ins Atelier. Er lag mit dem Rücken zu ihr und atmete tief und gleichmäßig. Danielle machte sich Sorgen. War er krank? Sie beugte sich über ihn und erschrak. Das war nicht Karl. Dort lag Lutz- ihr erster Freund. Sie waren ein halbes Jahr zusammen gewesen, da war sie 16 und er 15einhalb. Sie betrachtete den Mann. Lutz hatte sich wenig verändert. Sein Gesicht war schmaler als damals und sein dunkelblondes Haar war von grauen Strähnen durchzogen, aber es war immer noch er. Gutaussehend und drahtig, ein voller Mund, eine weiche Nase, die Augenlider gewölbt, schmale Brauen. Lutz erwachte. Er sah sie an, lächelte, umschlang sie und schob ihr das Nachthemd hoch. Continue Reading

    Juni 14, 2015 • Text • Views: 1004

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen