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  • Warum ich niemals zu spät komme

    Ich schreibe mir meine Termine immer gleich in den Kalender. Dabei achte ich darauf, sie mir korrekt zu notieren, sprich: Tag und Datum müssen stimmen.

    Bevor ich zum Termin gehe, kalkuliere ich die Länge des Anfahrtsweges ein. Dabei achte ich darauf, dass ich immer noch einen Zeitpuffer habe, um mich gegen Wahrscheinlichkeiten und Unwahrscheinlichkeiten abzusichern.

    Ich gehe also 10 Minuten früher los.

    Bevor ich das Haus verlasse, achte ich darauf, rechtzeitig aufzustehen. Auch hier plane ich immer einen Zeitpuffer ein. Mindestens eine halbe Stunde zusätzlich. Dennoch bummle ich nicht herum, sondern halte mich an meinen Zeitplan, damit ich meinen Termin entspannt und pünktlich erreichen kann. Continue Reading

    Februar 22, 2017 • Text • Views: 1

  • Aludibond

    Am Wochenende habe ich nach langer Zeit mal mein Karree verlassen. Bin allein in die U- Bahn gestiegen und allein wieder ausgestiegen. Habe mir Kunst angesehen, die in einem Möbelhaus ausgestellt war. Es war eine surreale Situation. Ein Möbelhaus ohne Möbelhausverkäufer. Außer einem Barmann, der Weißwein für vier Euro verkaufte, gab es kein Aufsichtspersonal. Man hätte einfach ein Bild mitnehmen können. Leider fällt mir das jetzt erst ein. Weil der Eintritt frei war und weil niemand aufpasste, hatten sie alle ihre Hunde mitgenommen. Die Hunde balgten sich auf den Musterteppichen zwischen den Mustersofas. Ich versuchte die Hunde zu fotografieren, aber sie bewegten sich zu schnell. Nach dem Möbelhaus ging ich auf die andere Straßenseite zur Julia Stoschek Collection. Dort gab es eine neue Ausstellung mit Videokunst und ich wollte raus aus dem Regen. Bei Julia Stoschek gab es keine Hunde, dafür aber sehr laut sprechende schick gekleidete Rentner. Natürlich wurde ich sofort aggressiv und konnte mich nicht mehr auf die Videokunst konzentrieren. Aber das war auch nicht nötig. In den labyrinthischen Gängen waren Loops von Vögeln im Dschungel versteckt, oder ultrascharf abgefilmte Blumenvasen auf Tischtennisplatten, oder grobkörnige Archivaufnahmen von Eingeborenen im Dschungel mit durch die Wangen gestochenen Stöckern. Am besten gefielen mir noch die in Zeitlupe gefilmten Papageien in Brüssel. Dann ging ich auf die Toilette und von der ganzen Videokunst inspiriert, fotografierte ich dort herum. Die Klopapierrolle hochkant. Drei Löcher in der Toilettentür. Das Scharnier der Toilettentür. Meine Hand nach dem Händewaschen noch nass im Neonlicht. Bin sehr stolz auf diese Bilder. In 3×2 Meter auf Aludibond werden sie noch besser aussehen.

    Februar 21, 2017 • Text • Views: 4

  • Rückkehr nach Montauk

    Am Mittwoch hatte der dritte deutsche Wettbewerbsbeitrag Premiere. “Rückkehr nach Montauk” von Volker Schlöndorff. Schlöndorff macht jetzt einen auf Wim Wenders. Also: Amerika, Nina Hoss, die ja tatsächlich der Nastassja Kinski aus “Paris Texas” ähnelt, und ein alter Mann mit einem Gesicht wie ein Knie, Stellån Skarsgard. Sie sprechen natürlich Englisch miteinander, vielleicht weil Max Frisch, nach dessen Novelle “Montauk” der Film geschrieben wurde, ein amerikanischer Schriftsteller ist. Oder weil Nina Hoss nicht so gut deutsch kann. Ich will auch mal so einen Film machen, auf Englisch, an schönen Orten, mit so einem durchgehenden Soundteppich aus klassischer Musik. Continue Reading

    Februar 16, 2017 • Text • Views: 30

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