frauruth
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  • Ohne ÖPNV im Abitur

    Die Poetry Slammer kennen sich mit Bier aus und Berlins Randbezirken. Haben vielleicht auch mal ein Buch gelesen oder einen Computer benutzt. Von Politik wissen sie wahrscheinlich mehr als ich. Wir sprechen aber nicht darüber. Über Politik spreche ich erst, wenn ich zu viel intus habe. Dann möchte ich Grundrechte verletzen. Am liebsten reden die Poetry Slammer über sich und ich auch. Volksbühne, Soho House und Instagram sind Fremdworte für sie. Wenn ich diese Worte verwende, sehen sie mich an, als hätte ich persönlich ihre Miete erhöht. Volksbühne, Soho House und Instagram interessieren sich nicht für mich. Ich bin zu alt und zu wenig nackt. Das ist nicht schlimm. Dann dreht sich eben manchmal jemand weg, weil ich nicht so wichtig bin. So wandle ich wie ein Gespenst zwischen den Welten, gehöre nirgendwo dazu und habe meine Ruhe. Continue Reading

    Mai 23, 2017 • Text • Views: 17

  • Nachbarn bei der Pediküre

    Boah, ist das heiß. Der erste warme Tag des Jahres. Mein Name ist Peter und ich sitze mit zwei anderen Jungs im Sandkasten.
    Ja, ich habe erst überlegt, diesen Text aus der Ich- Perspektive zu schreiben, aber als Mann. Also als ob ich ein Mann wäre. Dann angefangen und gleich Schwierigkeiten mit dem Stil bekommen. Wenn man als Frau einen Mann zu imitieren versucht, dann klingt das gleich so tuntig. Dann fallen einem so Sätze ein, die mit: „Icke und die Jungs“ anfangen. Oder man will irgendwas mit „Bier“ sagen, oder „Ey Alta“.

    Mai 20, 2017 • Text • Views: 24

  • Filterkaffee ohne Milch und kein O- Saft

    Ja, ich möchte Filterkaffee. Schon klar, dass der Barista das nicht ok findet. Ich will aber keinen Latte und auch keinen Soja Latte
    und keinen Espresso und keinen Cappucchino und keinen Americano. Es tut mir leid, so bin ich nun mal. Er reicht mir die Tasse Filterkaffee und jetzt will ich auch noch Milch haben.

    „Kann ich bitte Milch haben?“ Er greift mit bösem Gesicht nach der Kanne mit der heißen aufgeschäumten Milch, die eigentlich für die coolen Kaffees reserviert ist und gießt mir einen winzigen Schluck in die Tasse. „Mehr.“ Ich halte meine Hand über die Kanne und zwinge ihn, weiterzugießen. „Weiter, weiter, weiter, weiter, weiter.“ Ich muss das so oft sagen, denn seine Hand zuckt, weil er jede Millisekunde die Milchkanne wegziehen will. Er tut mir so leid, weil er Milch auf meinen Filterkaffee schütten muss. Dann hat er es geschafft. Die Tasse ist voll. Danke, sage ich und er sagt gar nichts. Ich habe so ein Mitleid mit seiner Kollegin, die muss den ganzen Tag mit diesem Klemmi verbringen. Dann trage ich meinen Kaffee an einen freien Tisch und schreibe in mein Notizbuch, dass diese Idioten hier keinen frischgepressten O- Saft haben. Nur Karotte, Rote Beete und Apfelsaft gemischt. Ich hasse dieses Café so sehr. Aber ich werde doch keinen Soja Latte bestellen, bloß um gemocht zu werden. Ich werde doch keinen Rote Beete Saft bestellen, bloß um respektiert zu werden.

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    Mai 13, 2017 • Uncategorized • Views: 31

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