Mai, 2017
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  • Baden gehen in Brandenburg, aber als kostenloses Strategiespiel

    Es gibt ja nichts Schöneres, als bei 30 Grad zu Hause zu bleiben. Schlafen bis Mittag, die Vorhänge werden nicht aufgemacht. Kühles Halbdunkel, ewige Dämmerung. Und dann am Kaffee Rechner trinken und interessante Musik hören. So verschollene 80er Jahre Sachen, Zenit und Pink Rhythm und Sonya Spence, das gibt so ein New York Feeling.  Sich vorstellen, man bewohne ein Loft mit Saxophon und Synthesizer und Verkehrssound von der Straße und ab und zu ein Schwall Hitze, wenn man zu nah ans Fenster geht. Als Kind war es am schönsten auf dem Landhaus, wenn alle anderen am See waren, aber ich habe im dunklen Wohnzimmer „Unsere kleine Farm“ auf dem Schwarz- Weiß- Fernseher geguckt. Ich wollte dicke Zöpfe wie Laura haben und einen Vater wie Michael Landon. Aber mit Kindern darf man sonntags nicht mehr zu Hause bleiben, weil man ihnen ja eine schöne Kindheit bereiten muss. Wir saßen dann um halb zwei im Auto und sind an den Dramasee gefahren, aber da war es so dermaßen voll, der ganze Acker voller Autos und auf der Liegewiese kein Platz mehr und deswegen wollten wir beim Geheimhaus übern Zaun klettern, aber da war schon Volker, sagte mir Gabi am Telefon und Volker mögen wir nicht, denn Volker ist ein Arsch, also mussten wir weiter. Es soll ja in Brandenburg so viele schöne Seen geben, aber ich trau mich nicht hin, wegen der Hunde. Ich hasse Hunde, die so ins Wasser rennen und bellen und sich schütteln, und die meisten Leute haben kein Problem damit, sondern sogar selber Hunde und das ist das Problem. Wo andere eine Badestelle sehen und einen schönen See, sehe ich Hunde. Wir konnten dann also nicht ins Strandbad und nicht übern Zaun und dann sind wir weitergefahren, auf die andere Seite vom See, wo es einen öffentlichen Steg geben sollte, wir wollten jetzt einfach nur noch kurz ins Wasser, uns war alles egal. Continue Reading

    Mai 29, 2017 • Text • Views: 206

  • Ohne ÖPNV im Abitur

    Die Poetry Slammer kennen sich mit Bier aus und Berlins Randbezirken. Haben vielleicht auch mal ein Buch gelesen oder einen Computer benutzt. Von Politik wissen sie wahrscheinlich mehr als ich. Wir sprechen aber nicht darüber. Über Politik spreche ich erst, wenn ich zu viel intus habe. Dann möchte ich Grundrechte verletzen. Am liebsten reden die Poetry Slammer über sich und ich auch. Volksbühne, Soho House und Instagram sind Fremdworte für sie. Wenn ich diese Worte verwende, sehen sie mich an, als hätte ich persönlich ihre Miete erhöht. Volksbühne, Soho House und Instagram interessieren sich nicht für mich. Ich bin zu alt und zu wenig nackt. Das ist nicht schlimm. Dann dreht sich eben manchmal jemand weg, weil ich nicht so wichtig bin. So wandle ich wie ein Gespenst zwischen den Welten, gehöre nirgendwo dazu und habe meine Ruhe. Continue Reading

    Mai 23, 2017 • Text • Views: 250

  • Nachbarn bei der Pediküre

    Boah, ist das heiß. Der erste warme Tag des Jahres. Mein Name ist Peter und ich sitze mit zwei anderen Jungs im Sandkasten.
    Ja, ich habe erst überlegt, diesen Text aus der Ich- Perspektive zu schreiben, aber als Mann. Also als ob ich ein Mann wäre. Dann angefangen und gleich Schwierigkeiten mit dem Stil bekommen. Wenn man als Frau einen Mann zu imitieren versucht, dann klingt das gleich so tuntig. Dann fallen einem so Sätze ein, die mit: „Icke und die Jungs“ anfangen. Oder man will irgendwas mit „Bier“ sagen, oder „Ey Alta“.

    Mai 20, 2017 • Text • Views: 262

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