Oktober, 2016
Archive

  • Leave me alone

    Mein Mantra ist: Lass mich in Ruhe. Das Mantra von meinem Freund ist: Sei nett zu mir.

    Manchmal verwechseln wir das: Er ist nett zu mir und ich lasse ihn in Ruhe. Dann gibts Probleme.

    Ich wohne ganz oben und deswegen klingeln immer alle bei mir. Wenn Werbung in die Briefkästen soll,
    oder die DHL. Ich mache nicht auf. Nie. Ich will mit meinen Nachbarn nichts zu tun haben. Ich will auch von meinen Nachbarn keine Pakete abholen.
    Deswegen kaufe ich nichts bei der DHL, sondern alles live.
    Lasst mich in Ruhe. Briefkasten mache ich auch nicht auf. Nur alle 14 Tage mittwochs. Wichtige Post kommt dann in die Schublade: Wichtige Post.
    Lasst mich in Ruhe.
    Ich gehe auch nicht ans Telefon. Wozu gibt es SMS? Wenn es etwas Wichtiges ist, möchte ich nicht am Telefon damit überfallen werden.
    Bitte alles schriftlich. Aber nicht am Wochenende. Niemals auf die Mailbox sprechen. Auf die Mailbox sprechen ist unhöflich.
    Ich habe Angst die Mailbox abzuhören. Ich höre die Mailbox nicht ab. Ich mache jetzt Mittagsschlaf.
    Lass mich in Ruhe und bitte schicken Sie mir um 17 Uhr eine SMS, ob ich ein Stück Apfelkuchen essen möchte.

    Oktober 28, 2016 • Text • Views: 391

  • Billets und Bakterien

    Eigentlich wäre das ja ein Job für mich. Mitarbeiterin des Ordnungsamtes. Des ganzen Tag an der frischen Luft sein. Eine schicke Uniform tragen und allein unterwegs sein. Wie so ein Cowboy. Falschgeparkte Autos entdecken und Knöllchen ausdrucken. Man könnte immer sehen, was es in der Gegend Neues gibt. Welche Baulücke wieder bebaut wird, welcher Laden pleite gemacht hat und wo ein neuer eröffnet wird. Irgendwann kennt man sich dann aus. Welche Autos wann wo geparkt sind. Wie die Leute leben. Wer sich scheiden lässt, wer sich neu verliebt, wer Kinder bekommt, wer Karriere macht, wer hinzieht, wer wegzieht, wer Besuch bekommt, wer nicht. Für mich als Schriftsteller sind das wichtige Infos. Inspiration!
    Die vom Ordnungsamt sind zwar (hier beliebige Schimpfwörter einfügen), aber wenigstens wirken sie noch wie normale Bürger. Bei den Fahrkartenkontrolleuren ist das schon anders. Die sehen allesamt aus wie Vorbestrafte und Kleinganoven. Ich finde das schon krass, dass man Montagmorgens als braver Bürger auf dem Weg ins Kombinat, Mafiosis und Schlägertypen den Fahrschein zeigen muss. Continue Reading

    Oktober 25, 2016 • Text • Views: 421

  • application

    Ich möchte mich hiermit für das Amt des Bundespräsidenten zur Verfügung stellen. Denn ich habe Pellkartoffeln
    und Schuhe. Ich stand schon mal auf einer Gästeliste und habe schon mal einen Keks gegessen. Ich sollte mir dringend mal wieder die Haare kämmen und mir ist kalt.
    Auf einem Zettel in meinem Zimmer steht: „Für Mama“ und auf einem anderen Zettel steht eine Adresse. Der Teufel hängt kopfüber an der Wand und ich mag das Heizungsrauschen nicht.
    Ich sollte Bundespräsident werden, weil die Fingernägel an meiner rechten Hand länger sind, als die an meiner linken, weil mein Fahrrad vor dem Haus steht und zwei Einkaufswagen auf dem Hof. Einer von Lidl, einer von Rewe, aber keiner von Kaiser`s. Ich hatte keine Lust, die Wäsche aufzuhängen und habe es trotzdem getan. Darum möchte ich Bundespräsident werden.

    Oktober 18, 2016 • Uncategorized • Views: 292

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