März, 2016
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  • Lieblingsmensch

    Eingesperrt im Ich. Jeden Tag der selbe Mist. Die gleichen Probleme: Morgens müde. Kaffee. Scheiß Wetter. Der Computer ist zu langsam. Kein Geld für einen neuen. Kein Know How um eine neue SSD einzubauen. Dann sich rumärgern mit dem Mann. Weil er Schokolade gekauft hat, aber keine Milch. Weil er immer Radio hört. Weil er die Wohnungsschlüssel verlegt hat. Mein Mann ist nett. Nichts kann man ihm vorwerfen. Er kümmert sich um die Kinder, geht einkaufen, kocht, säuft nicht, haut nicht, bringt unaufgefordert Radieschen und Schokolade mit. Aber auch perfekte moderne emanzipierte frauenfreundlichen Personen nerven. Continue Reading

    März 22, 2016 • Text • Views: 516

  • Du Ruth, da sind Spinnweben an deiner Decke.

    Ich wohne in der vierten Etage. Das hat den Vorteil, dass ich, wenn jemand bei mir klingelt, schnell noch die Wäsche in den Schrank sortieren kann, den Wäscheständer zusammenklappen, einmal die Wohnung durchwischen, das Bad putzen, mir die Haare waschen, die Nägel lackieren und den Lidstrich nachziehen kann, bevor ich meinem Schwarm die Tür öffne.
    Früher war das anders. Da klopfte es und er stand vor der Tür. Von jetzt auf gleich musste man den Pinsel fallen lassen, den Finger aus der Nase nehmen, die Pyjamahose hochziehen und die Tür aufreißen.
    „Hallo Schwarm, willst du Tee?“
    Und wie lange es früher immer dauerte, bis das Wasser kochte! Es gab ja noch keinen Wasserkocher. Am Herd stand man, sah den Gasflämmchen zu, wie sie am Kesselboden leckten.

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    März 18, 2016 • Uncategorized • Views: 523

  • Toasthirn

    Brot. Toastbrot mit Marmelade. Eine der härtesten Drogen überhaupt. Iss mal eine Woche keins und dann iss eins. Dann merkst du es:
    Wie es in den Arterien explodiert. Wie es die Gefäße verklebt und das Denken vernebelt. Ja, iss eines. Du hast es dir verdient. Zwei Kilo sind schon runter, von all den Tomaten und dem Kohlrabi, dem Fisch und den Eiern. Los, sei doch nicht spießig. Ein kleines leckeres Toastbrot. Weil heute Montag ist. Wir sagen es auch nicht weiter.
    Soll ich ein Buch darüber schreiben?
    Toasthirn.
    So entkam ich dem Drogensumpf.
    Aber ich bin nicht entkommen. Gestern erst habe ich einen Pfannkuchen gegessen.

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    März 14, 2016 • Text • Views: 353

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