Berlinale Tag Acht ohne Berlinale

Gestern beim Aufräumen habe ich die „Sanft und sorgfältig“ Folge vom vergangenen Sonntag als Podcast gehört.
Böhmermann brachte das verstörende Roger Willemsen Zitat über Heidi Klum, dass man sechs Sorten Scheiße aus ihr rausprügeln solle. Das bringen ja jetzt alle.

Kichern und fühlen sich gut.

Klar, der Kontrast ist faszinierend: Willemsen, ein scheinbar feinsinniger Brille und Schalträger hat „Scheiße“ gesagt und trampelt in wohlgewählten Worten auf einer Kollegin herum.
Dazu sag ich jetzt nur eines:
Heidi würde niemals verlangen, man solle Böhmermann oder Willemsen sechs Sorten Scheiße rausprügeln.

Dann definierten Schulz und Böhmermann die großen fünf Animationsfilme.
War das ein Statement gegen die Berlinale? Oder Ignoranz? Wieso definieren sie nicht: Die fünf großen Kunstfilme?
Wahrscheinlich weil sie keine kennen. Die gucken ja immer nur amerikanische Serien.
Bei Animationsfilmen schlafe ich immer ein.
Aristocats, Madagascar, Eiskönigin.
Ich kann mich nur an den Anfang und den Krach und die Singerei am Ende erinnern.

Deswegen definiere ich jetzt mal die fünf großen Kunstfilme:

Platz fünf: Holy Mountain von Alejandro Jodorowsky. Priester, nackte Frauen, Echsen, Blut. Krass, krass, krass.
Platz vier: North by Northwest von Alfred Hitchcock. Perfekt von Anfang bis Ende.
Platz drei: Dogville von Lars von Trier. Leiden, Rache und Rettung. Der ultimative Traum.
Platz zwei: Batalla en el cielo von Carlos Reygadas. Unterschicht gegen Oberschicht, Oberschicht gegen Unterschicht. Tod und Blowjobs und Religion.
Platz eins: Stalker von Andrei Tarkowski. Es gibt ein Leben vor und nach diesem Film.

Morgen gehe ich vielleicht noch mal ins Kino. Heute war ich einkaufen. Mit dem arte- Beutel.

Berlinale Tag wieviel?

Ich kann nich mehr. Schlafrythmus kaputt. Die Wohnung sieht aus wie ein Saustall. Wie lange geht dieses Festival noch? Schaffe ich es heute um zwei ins Kino zu diesem Film über Kairo? Schon wieder eine Doku. Nein ein Mix aus Doku und Fiktion. Ich mag keine Mixe. Ich mag das Wort Mix nicht.

Aber ich habe Sehnsucht nach Bildern von südlichen Großstädten. Die Hochhäuser, die Satellitenschüsseln, die diesige Luft, die Berge am Horizont, die vielen Autos, der Lärm, die Alarmanlagen, Hühnergackern, Geschrei, Kopftücher und Männer mit schwarzen Augen.

Den deutschen Film “Lotte” habe ich mir gestern gespart. Sie isst im Trailer Nudeln und schmatzt dabei so grauenvoll, über so eine will ich keinen Film sehen. Außerdem, was ist das für ein Filmtitel “Lotte”? Da bekommt man schon das ganze Geld, hat sein Projekt durchgeboxt und dann gibt man ihm nur so einen Vornamen- Namen?

Könnte man auch mal ein Filmfestival machen, nur mit Vornamen- Namen- Filmen:

Um 13 Uhr “Phillipp” im Cubix, 16 Uhr “Iris” im Cinemaxx, 20 Uhr “Alexander”im Collosseum.

Alle Kinos fangen mit „C“ an.

Wenn wenigstens noch ein Nachname dranhinge, dann ginge es. “Lotte Meier”

Den würde ich vielleicht sehen wollen. Aber nur wenn sie im Trailer nicht schmatzt und nicht im Stehen isst und überhaupt: Interessanter rüberkommt. Liebe Kunstfilmemacher: Unsympathisch ist nicht gleich interessant. Unsympathisch ist nicht gleich unkonventionell. Denkt mal drüber nach.

Mein Mann fand den portugiesischen Film langweilig und bei dem chinesischen Film mit den schönen Bildern und dem Fluss ist er eingeschlafen und erst nachts um drei im Kino aufgewacht, als die Reinigungskräfte angerückt sind.

Ich habe ihn gefragt, ob die Kräfte Angst vor ihm hatten, oder komisch geguckt haben und er meinte, nein, die seien sehr diskret und hätten neutral reagiert. Im Übrigen hätte er sie gar nicht angesehen, sondern sei einfach an ihnen vorbei aus dem Kino gegangen.

Ich muss jetzt schnell aufräumen, damit ich nachher ins Kino kann.

Gute Nacht.

Berlinale- Montag, Tag fünf, Party Party

Der Berlinale Trailer ist toll. Die Sterne, das Feuerwerk, die Musik. Sie dürfen diesen Trailer niemals ändern.
Aber ich sehe es schon kommen. Irgendwann tritt Kosslick ab und dann übernimmt ein anderer den Laden und macht erst mal Relaunch. Aus „Berlinale“ wird: film.woche.berlin.
Aber noch ist es nicht so weit.
Alles ist gut.

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