Mein Kampf

Ich versuche runterzukommen. Ich bin schon wieder zu aggro. Allein der Weg hier rauf, in die 19. Etage des Axel- Springer- Hauses zur Verleihung des “Welt” Literaturpreises an Karl Ove Knausgård hat mich schon völlig erledigt. 

Zuerst Einladung vorzeigen, Bändchen geben lassen. Sicherheitsschleuse passieren.

Bitte legen Sie ihre Jacke in die Durchleuchtungsschale. Durch das Tor gehen wie Pechmarie. Ich war Goldmarie, bei mir hat nichts gepiepst. Sogar meine Colaflasche durfte ich mit reinnehmen.

Hostess: „Darf ich Sie zum Fahrstuhl begleiten.“

Ich: „Wenn Sie das möchten, sehr gerne.“

Sie: „Ja, das mache ich wirklich sehr gerne.“

Ich: „Haha.“

Schwitziges Gefühl, ich kann mir knapp verkneifen, ihr auf den Hintern zu klopfen. Tja, wer benähme sich in der Gegenwart von Hostessen nicht wie ein 60jähriger Schmerbauchträger? Das gehört zusammen, wie Yin und Yang.

Im Fahrstuhl schon wieder eine. „Herzlich willkommen.“ Alles Frauen, warum gibt es nicht auch mal männliche Hostessen? Aber was rege ich mich auf. Mein Kampf weiterlesen