August, 2015
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  • Er und sie

    Sie geht mit ihrer Mutter den kleinen Weg entlang, durch den Kiefernwald, hinter den Bäumen rauscht die Ostsee. Heute Abend fährt sie wieder nach Hause. Warum bleibt sie nicht? Sie fühlt sich eventuell verpflichtet am Abend bei ihm zu sein, es ist doch Wochenende, und er muss doch so viel arbeiten, seinen Laden hochbringen.

    Morgen am Sonntag nimmt er sich frei, auch für die Gesundheit, sie gehen dann vielleicht mal wieder schick frühstücken. Sie probieren nämlich nach und nach alle Frühstückslokale im Viertel und darüber hinaus aus. Am besten ist es in Mitte, an diesem Sportplatz, das große Vegetarische zu zwölf Euro. An den Nebentischen quengeln Kinder, aber das macht ihnen nichts aus. Sie lächeln und ab und zu sagt er etwas Onkelhaftes. Er kann gut mit Kindern, er wäre bestimmt ein guter Vater, aber daran will sie jetzt nicht denken, die Sache ist gelaufen, sie ist jetzt 43 und als es wichtig gewesen wäre, da konnte er eben nicht. Zu viel Arbeit, zu viel Stress, zu viel Verantwortung. Jetzt nicht, später vielleicht hat er gesagt, und da war sie schon 39, aber sie erinnert sich, sie hat ihm nicht die Wahrheit gesagt, am Anfang, drei Jahre jünger hat sie sich gemacht im Internet, vielleicht hätte sie ihn sonst gar nicht kennengelernt und wie kann sie ihm das dann vorwerfen? Ihnen fehlt doch nichts. Ruhiges Leben und viel Arbeit. Jeden Abend Abendbrot, neuerdings ernährt er sich gesünder, nicht mehr so viel Brot und Zucker und Fleisch, weil er doch solche Schmerzen im Knie hat. Sie hat dann im Internet recherchiert und sie haben diese Sendung auf 3sat gesehen am Dienstag Abend, da wurde alles erklärt, was am besten gegen Krebs Prophylaxe macht, und zwar Beeren. Also kauft er jetzt immer Beeren und hat schlechte Laune, weil ihm die Bonbons fehlen, oder weil er so viel arbeiten muss. Continue Reading

    August 12, 2015 • Text • Views: 729

  • Kollwitzplatz, du kleine Hölle

    Sie hatte Loki auf den Boden gesetzt und wühlte in der Lederschläppchen- Schublade nach Lederschläppchen.
    Weil Loki alle paar Tage einen ihrer Schuhe verlor, kaufte sie die nur noch Second Hand.
    Frigga von Rebensburg fühlte sich unwohl. Außer ihr, dem Kind und der Verkäuferin war niemand im Laden.
    Es war still. Die Verkäuferin fragte nicht nach, ob sie ihr helfen könne und Musik gab es auch nicht.

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    August 12, 2015 • Text • Views: 804

  • Der Konservative

    Wenn man konservativ ist, dann will man, dass Sozialleistungen gekürzt werden sollten, weil sie die Eigeninitiative verhindern UND man glaubt nicht an den Klimawandel.

    Das eine geht nicht ohne das andere. Also Sozialleistungen kürzen wollen und Angst vor globaler Erwärmung haben, ist nicht möglich.

    Im Denken des Konservativen steht immer er selbst im Mittelpunkt.

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    August 5, 2015 • Text • Views: 837

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